In 2009 starben deutschlandweit 4.154 Menschen bei Verkehrsunfällen, 397.448 wurden verletzt. Jeder Unfall im Straßenverkehr ist immer mit großen sozialen und finanziellen Verlusten – sowohl privat wie auch gesellschaftlich – verbunden:

  • aus individueller Sicht mit dem Leid und dem Schmerz von Opfern und Angehörigen
  • aus betrieblicher Sicht mit wirtschaftlichen Verlusten aufgrund von Ausfällen von Mitarbeitern, Schäden von Fahrzeugen und Material und Produktionsausfällen
  • aus volkswirtschaftlicher Sicht infolge der immens hohen Kosten für die Gesellschaft - alleine rund 32 Mrd. im Jahr 2009


Daher sollte Verkehrssicherheitsarbeit im gesellschaftlichen Kontext gesehen werden und ist eine Aufgabe des Staates. Die staatliche Gemeinschaft hat für jede Bürgerin und jeden Bürger das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit zu garantieren. Verkehrssicherheitsarbeit stützt sich jedoch nicht nur auf Gesetze und Verordnungen, sondern ist gleichzeitig auch vornehmliche Aufgabe für die Gemeinschaft der Bürger unseres Staates, da staatliche und damit hauptamtlich organisierte Verkehrssicherheitsarbeit nicht finanzierbar ist.

An diesem Punkt setzt die im Dezember 2008 ins Leben gerufene Verkehrswachtstiftung Niedersachsen an. Sie will Projekte und Maßnahmen finanziell fördern, die sonst auf Grund fehlender Mittel nicht realisierbar wären. Die Verkehrswachtstiftung Niedersachsen unterscheidet sich in Ihrer Arbeit deutlich von den Aufgaben der Verkehrswachtorganisation. Sie will die Wege traditioneller Erarbeitung von Verkehrssicherheitsstrategien nach dem Muster

„Problem -> Ursachenforschung -> Entwicklung von Maßnahmen“

ergänzen und neue Ansätze für sicherheitsgerechtes Verhalten entwickeln.

Präventiv forschen, arbeiten und handeln bedeutet, dramatische Verkehrsunfalllagen gar nicht erst entstehen zu lassen. Anders ausgedrückt: Wir wollen nicht die Opfer versorgen und betreuen, sondern mit Hilfe der Stiftung verhindern, dass es überhaupt zu schweren Verkehrsunfällen mit Toten und Verletzten kommt.

Um das zu erreichen, nutzt die Verkehrswachtstiftung Niedersachsen den Freiraum in der Verkehrssicherheitsarbeit Innovationen zu erproben.

Die Verkehrswachtstiftung will:

  • Bürgerinnen und Bürger durch qualifizierte Maßnahmen zur ehrenamtlichen Mitarbeit begeistern und motivieren.
  • einen neuen Schwerpunkt in der wissenschaftlichen Forschung setzen und sich nicht auf die „klassischen“ Fachgebiete wie Psychologie, Pädagogik, Medizin und Ingenieurswesen beschränken.
  • Know-How der Verkehrssicherheitsarbeit in Schulungen vermitteln, für die es bisher keinen finanziellen Mittel gibt.
  • Kampagnen zur Verkehrssicherheit von ihren „Negativansprachen befreien“
  • vorbeugend agieren anstatt nachsorgend zu reagieren.